"Wie lange dauert es, bis mein Antrag entschieden wird?", ist eine wichtige Frage für die Planung und Vorbereitung eines Auslandsaufenthalts. Wir empfehlen, mindestens ein gutes halbes Jahr zu veranschlagen - von der Einreichung bis zum allfälligen Antritt.
Die jeweilige Bearbeitungsdauer im FWF (von der Einleitung der Bearbeitung bis zur Entscheidung im Kuratorium) nimmt für jeden Antrag einen anderen Verlauf. Die Mitarbeit der internationalen scientific community bei der Begutachtung Ihres Antrags beruht auf freiwilliger Basis; wenn geeignete GutachterInnen einmal identifiziert sind, und deren Bereitschaft zur Mitarbeit vorliegt, muss man ihnen auch genügend Zeit für die Erstellung ihrer Evaluation einräumen.
Von seiten des FWF wird durch eine umfassende Vorbereitung der Anträge für das Entscheidungsgremium die Qualität des internen Verfahrens gesichert.
Was Sie tun können: Reichen Sie Ihre Unterlagen vollständig und korrekt ein!
Entschieden werden kann bei abgeschlossener Begutachtung (d.h. bei Vorliegen zweier aussagekräftiger Stellungnahmen innerhalb des erforderlichen Zeitlimits) in der jeweils nächsten Kuratoriums-Sitzung des FWF. Die Termine finden Sie auf der FWF-Homepage unter: http://www.fwf.ac.at/de/applications/index.html#Termine
Das "Erwin-Schrödinger-Postdoc-Stipendium" ist ein Programm zur Förderung des qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchses. Daher ist dieses Programm mit einer Altersgrenze verbunden: Eingereicht werden muss vor Erreichung des 35. Lebensjahres (das heißt, solange man noch nicht den 35. Geburtstag begangen hat; Stichtag ist das Datum der Einreichung) oder bis zum spätestens vierten Postoc-Jahr.
Kindererziehungszeiten werden berücksichtigt (+3 Jahre Anrechenbarkeit pro Kind sind möglich).
Wie die Durchschnittsalter-Statistik zeigt, ist das reguläre Höchstalter von 34 Jahren gut angesetzt: Im Mittel sind die jungen Postdoc's knapp über 30. Mit Einführung der Postdoc-Regel ergab sich 2007 auch ein leichter Anstieg, wobei allerdings auch feststellbar ist, dass zu einigen "älteren" auch immer mehr StipendiatInnen deutlich unter 30 Jahren einen Antrag erfolgreich einreichen. Anders gesagt: die 80er-Jahrgänge kommen bereits…!
(Das Durchnittsalter der Studierenden - österreichweit - betrug 2006 26 Jahre).
Ein Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendium ist eine gute Vorbereitung (Postdoc-Erfahrung im Ausland) für eine spätere Bewerbung um eine Hertha-Firnberg-Stelle oder Elise-Richter-Förderung, welche so auch zur "Rückkehrmöglichkeit" für Wissenschafterinnen werden kann.
Bei den Schrödinger-Stipendien ist der Frauenanteil von 2004 auf 2005 signifkant gestiegen: Beinahe jeder zweite entschiedene Antrag (44,7 %) im Jahr 2005 wurde von einer Frau eingereicht (2004: 32,5 %) ! Man sieht es an der Graphik: Dieser Prozentwert macht 2005 zu einem Rekordjahr (nicht nur seit 2000, sondern seit Bestehen des Programmes). 2006 konnten dieser Wert annähernd gehalten werden: der Anteil an Antragstellerinnen macht rund 40 % aus (von 114 entschiedenen Anträgen wurden 45 von Frauen eingereicht).
Besonders stark vertreten sind Wissenschafterinnen im Jahr 2007 (wieder) im Bereich von Biologie/Medizin: Hier ist fast die Hälfte der erfolgreichen Projektleiterinnen weiblich (45 %); bei den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern sind es 30 % . In den Naturwissenschaft/Technik sind die Frauen noch eher schwach vertreten, fünf von 22 bewilligten Projekten wurden von Frauen eingereicht (22,7 %)
2005 erreichte der Frauenanteil unter den bewilligten Anträgen mit 33,3 % einen Höchststand, der bisher nur 2001 annähernd vergleichbar war (2001: 32,2 %; 2004: 22 %). Im Folgejahr 2006 stabilisierte sich die der Frauenanteil auf gleichem (hohem) Niveau wie 2005: die Bewilligungsquote liegt wieder bei 33 % (19 von 57 Bewilligungen).
2007 gefällt uns das Ergebnis besonders gut: Die Bewilligungsquote der Frauen übersteigt den Anteil an Einreichungen! Von den 108 entschiedenen Projekten wurden 38 von Frauen eingereicht, das sind 35,2 %. Der Anteil der Frauen unter den Bewilligungen entspricht 35,8 % (24 Frauen von 67 Bewilligungen). Die Erfolgswahrscheinlichkeit von Antragstellerinnen betrug damit im Jahr 2007 63,2 %! Und: Der prozentuelle Anteil an neuen Projektleiterinnen ist der höchste, den wir bei den Schrödinger-Stipendien je verzeichnen konnten!
Damit dieser Wert in den kommenden Jahren aber weiter ausgebaut werden kann (angestrebt wird der zahlenmäßige Gleichstand der Geschlechter), brauchen wir vor allem eines: Ihre Bewerbung, geschätzte junge Nachwuchswissenschafterin!
Das Potenzial dazu ist vorhanden: Im Studienjahr 2003/2004 betrug der prozentuelle Anteil von Frauen, die an Österreichs Universitäten einen Doktoratsabschluss erreicht haben 40,4 %.
Zahlen und Fakten zum Thema "Frauen in der Forschung" sind auch auf der FWF-Homepage unter "Gender Mainstreaming" zu finden (http://www.fwf.ac.at/de/gender/index.asp).
Für das Erwin Schrödinger-Programm gab der FWF in den letzten sieben Jahren mehr als 20 Mio Euro für bewilligte Anträge aus (Bewilligungssummen nach Kuratoriums-Sitzungen).
Mit Beginn des Jahres 2002 kam es zu einer signifikanten Änderung im Verfahren:
Bis dahin konnten Anträge für maximal 12 Monate eingebracht werden. Für Projektverlängerungen musste ein neuerlicher Antrag gestellt werden. Der FWF änderte diese Vorgangsweise: Seit 2002 können Anträge für die volle Forschungsperiode von 10 bis 24 Monaten gestellt werden.
Die Konsequenzen daraus waren bessere Planbarkeit für die WissenschafterInnen bei der Durchführung ihres Forschungsvorhabens und ein geringerer Aufwand für die Administration. Zu sehen ist dies anhand der durchschnittlich geförderten Laufzeit eines Stipendiums: 2003 erfolgte ein Sprung von 15 (2002) auf 18 Monate, 2005 erhöhte sie sich sprunghaft auf 20,5 Monate (2004: 19), und in den Jahren 2006 und 2007 kam sie wieder auf 19 Monate zu liegen. Generell ist es für AntragstellerInnen mit einem Dienstvertrag an einer österreichischen Forschungseinrichtung oft strukturell nicht so leicht planbar, sich für einen durchgehenden Aufenthalt von zwei Jahren zu entschließen.
Die Anzahl der geförderten Projekte seit 2004 entspricht ausschließlich Neubewilligungen, durch den Wegfall von (neuerlich als Antrag aufscheinenden) Anträgen für ein zweites Jahr gingen die Antragszahlen v.a. von 2004 auf 2005 zunächst tief nach unten - was auch an der budgetmäßig schwierigen Situation in dieser Zeit lag.
Ab 2005 kann man einen erfreulichen Aufwärtstrend beobachten! Bedingt durch die Qualität der Anträge der jungen NachwuchsforscherInnen einerseits (sowie auch dem starken Bekenntnis des FWF-Kuratoriums zur Förderung von Auslandsaufenthalten junger Postdoc's), und gestützt durch eine stabilere budgetäre Ausstattung durch das BMWF konnte ab 2005 jedes Folgejahr das vorige übertreffen. Von 39 Anträgen (2005) auf 57 (2006) bis zu 67 (2007) ist eine Erhöhung der Zahl der bewilligten Projekte von über 70 % in nur zwei Jahren.
Die Zahl der entschiedenen Anträge selbst liegt für 2007 zwar hinter der von 2006 zurück (2006: 114; 2007: 108); anders jedoch verhält es sich bei der Zahl des Antragseingangs: Im Kalenderjahr 2007 sind 113 Neuanträge für einen Auslandsaufenthalt eingelangt. Das sind um 22 Anträge (oder 24 %) mehr, als im Jahr zuvor (2006 waren es 91 Anträge).
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