Bereits meine Ankunft nach rund 18-stündigem Flug von Wien
nach San Antonio, Texas war beeindruckend. Prof.Dan Kisner, Vorsitzender
des Gastrointestinal Committees' der South West Oncology Group,
der damals weltweit grössten klinisch-onkologischen Studiengruppe,
brachte mich persönlich direkt vom Flughafen zu seinem Haus
um mit ihm und seiner Familie im Whirlepool bei nächtlichem
Sternenhimmel im Freien mit Champagner anzustossen. Mithilfe von
Freunden gelang es dann binnen 48 Stunden ein Apartment inkl. geleaster
Einrichtung und ein gebrauchtes Auto, letzteres um $1000.- zu erwerben.
Beeindruckend waren auch die Freundlichkeit, Umgänglichkeit
und Energie ("you dont' need more than 5 hours sleep")
meines dortigen eigentlichen Gastgebers & Chefs, Prof.Daniel
D.VonHoff, der das Drug Development Department leitete, einige Jahre
später Präsident der American Society for Clinical Oncology
(ASCO) sowie auch American Association for Cancer Research (AACR)
wurde und heute das Arizona Cancer Center leitet.
Man konnte Tag und Nacht direkt, ohne von einer Sekretärin
daran gehindert zu werden, zu seinem Schreibtisch vordringen. Zu
seinen Hobbies zählten nebst Familie und Boxen (er war ungefähr
165cm gross) Prof.McGuire, den Leiter der personell viel grösseren
onkologischen Abteilung, im "wissenschaftlichen output"
zu übertrumpfen. Fast ausnahmslos lag Dan VonHoffs' Team mit
200-250 Originalarbeiten pro Jahr vorne. Während meiner Tätigkeit
in San Antonio gelang es mir persönlich nur 8 Arbeiten, dafür
aber in Topjournalen zu publizieren. Das ging natürlich zu
Lasten meiner Freizeit & meiner Wochenenden, allerdings waren
die Möglichkeiten ohnedies kulturell und klimatisch ziemlich
begrenzt (nur einmal vergass ich meine Sonnenbrille im Auto, die
ich abends dann ziemlich deformiert und z.T. geschmolzen in der
Ablage oberhalb des Armaturenbretts fand). Aufgrund der Tatsache
dass im San Antonio Health Science Center einige hunderte "research
fellows" aus aller Welt tätig waren, gewann ich dennoch
viele Freunde, mit denen ich die spärliche Freizeit verbrachte:
hin und wieder ein Flug ans Meer nach Corpus Christi oder an den
Golf von Mexiko, Lebensmittelläden mit Europäischen Bezugsquellen
suchen, oder aus Verzweiflung über die US Küche selbst
Brot zu backen bzw. Brasilianischen Kaffee zu kochen. Irritierend
waren einmalig ein Skorpion in der Badewanne, gelegentliche Tornado-Warnungen
im Radio, Einladungen von Amerikanischen Freunden zu einer Grillparty
(da erwartet wurde dass man sein eigenes Steak/rohes Fleisch mitbrachte),
sogenannte "Baby shower" (eine Texanische Familie hat
im Mittel 5 Kinder, nach einem Neuzugang wurden alle Bekannten eingeladen
und brachten sinnloses Spielzeug oder Babykleidung mit, wobei jedes
Präsent mit einem Getöse ausgepackt und bewundert wurde)
und der 1xige Besuch der Oper von San Antonio (Flucht nach 10 Minuten
und nie wieder).
Erstaunlich bis lehrreich waren das Selbstbewustsein der Amerikaner
(zu jeder Frage gab es eine konkrete Antwort, auch wenn es völliger
"nonsense" war; wenn man z.B. in einem Supermarkt nach
dem Getränkeregal fragte, war man am besten beraten genau in
der entgegengesetzten Richtung zu suchen, in die der Angestellte
wies), die Unkompliziertheit des praktischen Lebens (Telefonshop,
US Führerscheinprüfung, telefonisch augenblicklich realisierbare
TV-Reparatur, Ausschalten der Stromzufuhr wenn man länger als
2 Tage nicht ferngesehen hatte), wie subtil sich die Amerikanischen
KollegInnen auf Kongresse und Vorträge vorbereiteten (stundenlanges
hearing, Kritiken und dann ein nochmaliger Probevortrag) und die
Tatsache, dass alle dort ansässigen Europäer, selbst in
leitender Position, im vertraulichen Gespräch mir mitteilten,
dass sie wieder nach Europa zurück wollen wenn sich Gelegenheit
böte. Das ist vermutlich auch der Grund warum ich trotz 3-jährigem
Verlängerungsangebot seitens des Institutes schon nach 1 Jahr
wieder nach Wien zurück kam. Meine Zeit am Health Science Center
in San Antonio inkl. der o.g. spontane Assoziationen und vor allem
das Wissen, das ich dort von hervorragenden Leuten erwerben und
später weiter umsetzen durfte, möchte ich unter keinen
Umständen vermissen. Internationale Erfahrung ist für
eine Karriere ein absolutes Muss .
Universitätsprofessor an der Abteilung für Klinische
Onkologie/Universitätsklinik
für Innere Medizin I im AKH Wien
Onkologischer Konsiliar in den A.Ö.Krankenhäusern
Wr.Neustadt, Neunkirchen und Tulln
Councillor der European Society for Clinical Investigation (ESCI):
1988-91
Vorstandsmitglied der (1) Österr.Gesellschaft für
Hämatologie und Onkologie, (2) Niederösterr.Krebshilfe,
(3), Gesellschaft zur Erforschung der Biologie und Behandlung
von malignen Tumoren, (4) Österr.Gesellschaft für angewandte
Pharmakokinetik
Mitglied der Global Associates des Institute for Drug Development
of the Cancer Therapy & Research Center in Texas (seit 1994)
Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der (1) European Organisation
for Cancer Research - Gastrointestinal Cancer Cooperative Group
(EORTC - GITCCG), (2) Central European Cooperative Oncology Group
(CECOG), (3) European Multidisciplinary Conference Group on Colorectal
Cancer, (4) Sirtex European Medical Board, (5) Gerson Lehrman
Group's Healthcare Council, und (6) Network of Advisors for academic
and industry professionals
Co-Editor der Zeitschrift ONKOLOGIE - Int.Journal for Cancer
Research and Treatment (01/99 bis 01/2005) und wiss.Beiratsmitglied
des Journals für gastroenterologische und hepatologische
Erkrankungen
Mitglied des internationalen wissenschaftlichen Kommittes der
(1) Hubert Burda Foundation, (2) Fellinger Stiftung, (3) Seroussi
Foundation for Cancer Research, und (4) Research & Development
- Update Europe Organisation
Mitglied des Steering Committees der (1)Roche-koordinierten
int.Studie No.16966 (FOLFOX vs. XELOX), und (2) Paneuropean Group
(PETTAC) adjuvanten Rektumkarzinomstudie
Mitglied des wissenschaftl. Beirates bei zahlreichen nationalen
und internationalen Kongressveranstaltungen
Gutachter bei verschiedenen wiss.Fachzeitschriften (u.a. J Clin
Oncol, Ann Oncol, Cancer, Br J Cancer, Oncology)
Mitarbeiter/Organisator diverser postgradueller Fortbildungsveranstaltungen
auf nationaler und internationaler Ebene
WISSENSCHAFTLICHE AUSZEICHNUNGEN:
Österr.Staatspreis für Rheumatologie 1987
Wolfgang Denk Preis der Österr.Ges.f.Hämatologie &
Onkologie 1994
Outstanding Manuscript Award for Human Studies des Journal of
Nuclear Medicine 1995
Mallinckrodt Award der Österr.Ges.f.Nuklearmedizin 1996
Bristol-Myers Squibb Preis der Österr.Ges.f.Innere Medizin
1997
Best Poster Award beim 27.Kongress der European Society for
Medical Oncolgy 2002
"Eminent Scientist of the year 2005 Award - Europe"
seitens des World Scientist Forums des International Research
Promotion Council (IRPC)
ÖFFENTLICHE FORSCHUNGSZUWENDUNGEN:
Jubilaeumsfond der Österr.Nationalbank, Projekt Nr.2143
"Individualisierte Chemotherapie bei malignen Tumoren des
Verdauungstraktes", 1983-85
Fonds zur Foerderung der Wissenschaftlichen Forschung, Projekt
Nr. P-5352 "Tumor-spezifische Optimierung des human tumor
stem cell assays für gastrointestinale Malignome", 1984-86
Erwin Schroedinger Stipendium, Projekt Nr.J-0024 "Preclinical
and clinical studies on the development of new anticancer drugs",
1984-85
Kommission Onkologie-Krebsforschung der Universität Wien,
Projekt "PH-Abhängigkeit der in vitro Chemosensitivität
und Modulation der Zytostatika-resistenz", 1993-95
Jubliläumsfonds der Österr.Nationalbank, Projekt Nr.6587"
"Stellenwert der Peptide bei der Wachstumsinhibition des
Pankreaskarzinoms", 1997-98
Med.Wissenschaftlicher Fonds des Bürgermeisters der Bundeshauptstadt
Wien, 1998
MITGLIEDSCHAFTEN BEI INTERNATIONALEN FACHGESELLSCHAFTEN:
European Society for Medical Oncology (ESMO)
American Society of Clinical Oncology (ASCO)
American Association for Cancer Research (AACR)
New York Academy of Sciences
"Internationale Erfahrung ist für eine Topkarriere ein
absolutes Muss", eine Regel die in der Wirtschaft (Format,
Oktober 2005) ebenso wie in der Medizin gilt. Vor genau 20 Jahren
hatte ich (nach subtiler persönlichkeits- und wissenschaftlicher
output-orientierter Forschungsprojektplanung) das Vergnügen
eines der ersten medizinischen Auslandsstipendien seitens der Erwin
Schrödinger Stiftung zu erhalten. Heute, als Universitätsprofessor
an der Klinik für Innere Medizin I, Autor von >180 Originalarbeiten
und der vom World Scientist Forum des International Research Promotion
Councils als "Emminent Scientist of the Year 2005 for Clinical
Oncology in Europe" ausgezeichnete Kliniker, denke ich gerne
an meine Zeit als "research-fellow" in San Antonio/Texas
zurück, die wirklich Basis meiner Karriere war.
Persönlicher Einsatz & Energie, ein auf internationaler
Ebene erworbenes fundiertes Wissen plus die daraus resultierende
Kontakte sind -heute noch mehr als damals-eine "conditio sine
qua non" um z.B. eben als Kliniker Karriere zu machen.
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)
Haus der Forschung, Sensengasse 1, A-1090 Wien
T +43-1-505 67 40
F +43-1-505 67 39
office@fwf.ac.at- www.fwf.ac.at