Waehrend meiner Zeit an der Fletcher School of Law and Diplomacy/Tufts
University ergab sich eine natuerliche Zusammenarbeit mit aus Zentraleuropa
stammender Faculty sowie auch mit jener Faculty die an Neutralitaet
und Technologietransfer Interesse hatte. - Dennoch war ich damals
vom doch sehr "schulischen Charakter" von Fletcher erstaunt.
Harvard University hingegen war "simply superb". Bei
meiner Ankunft am Charles River sollte allerdings gerade zwischen
Oesterreich und den USA die Problematik um Praes. Waldheim's Kriegs-Vergangenheit
eine grosse Rolle spielen und - als deklarierter Oesterreicher -
konnte man diversen "ramifications" dann natuerlich nicht
entfliehen.
An Kennedy School of Government arbeitete ich mit Fakultaet deren
Qualitaet, insight, und Kapazitaet meine eigene Arbeit wesentlich
formte. Glueck will es haben dass einer dieser senior Kollegen nun
den Nobelpreis erhielt. Auch die Graduate Students - und meine damaligen
Kollegen - waren ausgezeichnet und so mancher von ihnen ist heute
dominierend in International Relations, American Foreign Policy,
und Diplomacy. Zudem traf ich damals u.a. auch jene Person - den
damaligen Erbprinzen von Liechtenstein - die mein spaeteres berufliches
Leben massgeblich beeinflussen sollte.
Sehr schnell wurde ich an Harvard als non-resident Tutor im Eliot
House von einer mir bis dahin unbekannten Seite gefordert: Lehren
und Zusammenarbeiten mit resident Studenten ist eine sehr spezielle
Eigenart des anglo-saechsischen College Systems.
Desweiteren war mir bis dahin unklar wie sehr sich doch "professional
schools" wie die Harvard Business School, an der ich sowohl
Lehrveranstaltungen besuchte als auch mit zwei senior Fakulty zusammenarbeitete,
von unseren Oesterreichischen Institutionen unterschied.
Im Generellen erstaunt das besonders kollegiale Verhaeltnis zwischen
Graduate Studenten und dem Lehrkoerper. Selbst als junger Teaching
Assistant hatte man mit Undergraduates bald ein spezielles Verhaeltnis
- Dank der Intensitaet und Dauer der Lehrveranstaltungen war dies
wesentlich auf Wissensaustausch durch Diskussion aufbauend. Zwei
andere Dimensionen spielen noch eine Rolle: man weiss dass man als
teaching faculty durch die Studenten benotet wir und dies der Karriere
zu- oder abtraeglich sein kann; die Studenten wiederum sind sich
bewusst dass sie, resp. ihre Eltern, abertausende Dollar pro Semester
zahlen (Teils auf Kredit) um das Studium zu ermoeglichen - so dass
Leistungsdruck und -erwartung an beiden Seite eine nicht unwesentliche
Rolle spielt. - Zeitbegrenzungen, Freizeit, oder Wochenende sind
dabei kaum von Relevanz - "7/24" (sieben Tage, 24h) ist
eher die Regel.
Es gab aber noch einen weiteren wichtigen Ansporn fuer mich: die
schier unendlichen Resourcen der Harvard Widener Library; so war
es u.a. unglaublich dass selbst lokale Linzer Zeitungen dort zu
finden waren; etwas dass ich als alt-Linzer nie vergessen werde.
Ich glaube uebrigens mehr ueber Europa an Harvard gelernt zu haben
als bei meinen Studien in Genf und Wien - vorallem konnte ich lernen
wirklich "zu studieren und zu forschen".
Wolfgang Franz Danspeckgruber, D.Laws,
Ph.D., is the founding director of the Liechtenstein Institute on
Self-Determination at Princeton University and has been teaching international
relations at Princeton's Woodrow Wilson School of Public and International
Affairs and the Department of Politics since 1988. He is also the
founder and chair of the Liechtenstein Colloquium on European and
International Affairs, LCM (a private international forum conducting
private diplomacy since 1986).
Wolfgang Danspeckgruber's fields of interest comprise international
relations, diplomacy and security policy; borders, self-determination,
international negotiations, and mediation. Since 2000 he has been
involved in Iran, Afghanistan, India (Kashmir), and Pakistan, and
has worked on security problems in Central- and South Asian. From
1992 to 1999 he was involved in private diplomacy in Southeastern
Europe and the Caucasus, and has also worked with the EU Special Representative
on Kosovo. Danspeckgruber was on fact-finding missions in Afghanistan,
Tajikistan, (Kashmir) India and Pakistan, Bosnia & Herzegovina,
Croatia, Hungary, Slovenia, Macedonia, (Kosovo) Yugoslavia, and Turkey.
Danspeckgruber was educated at the Universities of Linz and Vienna,
Austria, (Mag.iuris and D.Laws) and the Graduate Institute of International
Studies, Geneva, Switzerland, Ph.D.. Dissertation on "Permanent
Neutrality and High Technology." Following his military service
(Lieutenant, Res.) he served as special assistant to the Commander
of the Austrian National Defense Academy in Vienna. Danspeckgruber
held research fellowships at the Fletcher School of Law and Diplomacy,
Tufts University, and at the Center of Science and International
Affairs at Harvard University. Where he also was the first Austrian
Schroedinger Stipendiat 1985 (Austrian National Science Foundation)
Danspeckgruber's publications include articles on self-determination,
neutrality, security, and the international system. He edited, amongst
other books The Self-determination of Peoples: Community, Nation,
and State in an Interdependent World, Lynne Rienner, Boulder, CO,
2001. and with Charles Tripp The Iraqi Aggression against Kuwait
(edited with Charles Tripp - Westview Press 1996; republished by
Kuwait Center Press, 2001). Danspeckgruber is editor in chief of
Princeton's new Encyclopedia Princetoniensis - The Princeton Encyclopedia
on Self-Determination,
Prinzipiell haben sich drei Grundgesetze
in meinem Leben bewahrheitet:
Bleibe Dir selbst und Deiner Linie treu und vergiss nie wer Du
bist und wofuer Du stehst
Versuche immer das zu machen, forschen, zu lehren, zu schreiben
was Dich am meisten interessiert und fasziniert
Von Zeit zu Zeit gilt jedoch : wer nicht wagt, gewinnt nicht'
- allerdings mit relativ kalkuliertem Risiko
Weiters bin ich ueberzeugt dass Auslandsaufenthalte unglaublich
wichtig sind - sowohl fuer die berufliche/wissenschaftliche Weiterbildung
als auch zur Erweiterung des jeweiligen persoenlichen Horizonts.
Es stellt sich naturgemaess die Frage wie lange diese Aufenthalte
dauern sollen, aber m.E. nach sollten sie mindestens ein bis zwei
Jahre sein. Kuerzere Aufenthalte beinhalten die Gefahr dass man
kaum wirklich zum in loci arbeiten kommt - da zuerst Adaptierung
- dann schon wieder Vorbereitung auf "zurueck nach Hause";
Ausnahme nur 2-3 Monate. Wenn man allerdings mehr als 2-3 Jahre,
naemlich ca 5 Jahre, wo arbeitet/forscht/lehrt und dies dann dort
auch noch sehr gerne und erfolgreich tut, ueberschreitet man eine
kritische Schwelle und es ergibt sich die Gefahr dass man sich zusehends
schwerer entschliessen kann voellig nach Hause zurueck zu gehen.
Eine dritte und sehr erfuellende Moeglichkeit allerdings gibt es
in der Kompromisssuche, naemlich dass auch wenn man dann schliesslich
fuer sehr viel laenger im Ausland bleibt man keineswegs den Kontakt
mit heimischen Lehr- und Forschungsstellen verliert, sondern sozusagen
von aussen intensiv mit heimischen Institutionen verbunden bleibt
- dies sollte auch zum Vorteil jener gereichen und somit in beidseitigem
Interesse sein, was dann zudem ein eventuelle Rueckkehr spaeter
wesentlich einfacher und auch produktiver gestalten kann.
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)
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