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Die Welt der Schrödinger-StipendiatInnen
Beispielhafte Schrödinger-Karrieren
Liste aller Schrödinger-StipendatInnen seit 1985
 

Beispielhafte Schrödinger-Karrieren

Name
Ernst FEHR
 
Titel/akad. Grad
Professor, Dr. rer. soc. oec.
Website
http://www.econ.uzh.ch/faculty/fehr.html
 
Schrödinger-Stipendium
J 0317, von September 1988 bis Juni 1989
Ort des Schrödinger-Stipendiums
UK
London
Forschungsstätte des Schrödinger-Stipendiums
London School of Economics
 
Erinnerungen an das Schrödinger-Stipendium
Was mache ich heute
Persönliches / Mein "Credo"
 
 
 
Erinnerungen an das Schrödinger-Stipendium

Für mich war die Zeit des Schrödinger Stipendiums an der London School of Economics hart. Ich hatte 2 Jahre vorher mein Doktorat beendet und interessierte mich für das Studium der Verhandlungstheorie. An der London School of Economics lehrte Ken Binmore in den 1980er Jahren Verhandlungstheorie. Er war einer der international angesehensten Spieltheoretiker und ich bin vor allem seinetwegen an die LSE gegangen. Gleich am Anfang musste ich aber zu meiner Enttäuschung feststellen, dass Binmore 1988/89 auf sabattical in den USA war.

Da ich nur als Post-Doktorand und nicht als Doktorand an der LSE war, hatte ich auch weniger Zugang zu den Professoren. Ich fühlte mich also ziemlich allein und "klein" unter all den Geistesgrössen an der LSE. Allerdings lernte ich in diesem Jahr Klaus Schmidt kennen, der dann später Professor für Volkswirtschaftslehre in München wurde. Ohne diese Bekanntschaft hätten wir nie unsere gemeinsame Arbeit zu "A theory of fairness, competition and cooperation" geschrieben. Dieser Aufsatz erschien 1999 im Quarterly Journal of Economics und gehört zu den international meistzitierten Aufsätzen in den Wirtschaftswissenschaften, die seit 1999 publiziert wurden.

 
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Was mache ich heute

Ich bin Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich und Direktor des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung. Mein Forschung spannt einen weiten Bogen. Mich interessieren die evolutionären, biologischen und kulturellen Grundlagen des menschlichen Sozialverhaltens, insbesondere von normengeleiteten, uneigennützigen Verhaltensweisen. Deshalb bin ich neben meinem Dasein als Ökonom auch ein Hobby Psychologe, ein Hobby Biologe und ein Hobby Neurowissenschaftler.

 
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Persönliches / Mein "Credo"

Wenn man als Forscher ins Ausland geht sollte man beachten, dass man am neuen Ort auch sozial in die Gemeinschaft der Forscher integriert ist. Dies kann man auf verschiedenen Wegen erreichen:

  1. Man hat bereits eine Arbeit in einem Top Journal publiziert. Dann wird man von Anfang an auch am neuen Ort beachtet und kommt leichter mit den lokal ansässigen Forschern ins Gespräch.
  2. Man hat schon vorher eine ziemlich konkrete Zusammenarbeit mit einem der Forscher am neuen Ort
  3. Man ist explizit in ein Doktorandenprogramm integriert
  4. Man unterrichtet am neuen Ort. Das erleichtert auch die Integration.

Mein persönliches Credo lautet:

  1. Ausgetretene Pfade verlassen und den Mut haben die Konventionen des Faches in Frage zu stellen. Häufig existieren Konventionen ganz einfach, weil sie "immer schon da waren". Man muss diese aber kritisch hinterfragen - das ermöglicht weiteren Fortschritt.
  2. Die besten Techniken, welche im Fach vorhanden sind, lernen.
  3. Sich einen "weiten" Blick bewahren, d.h. sich die "grossen" Fragen stellen. Meine Lieblingsfrage an jeden Wissenschaftler lautet: "Worin bestehen die drei wichtigsten ungelösten Probleme in ihrem Fach".
 
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