| Heute bin ich als Universitätsprofessor
an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität
Wien tätig und kann eine breite Publikations-, Lehr- und Beratungstätigkeit
entfalten, die sich mit vielen unterschiedlichen Fragestellungen befasst.
Ausgangspunkt dafür war das Schrödinger-Stipendium: Durch
das Stipendium war ich in der Lage, meine Habilitationsschrift bald
nach meiner Rückkehr fertig zu stellen, sodass ich im März
1991 habilitiert werden konnte. Per 1.10.1992 wurde ich zum (damals
außerordentlichen) Universitätsprofessor für Arbeits-
und Sozialrecht ernannt, mit Inkrafttreten des UOG 1993 in die Planstellenkategorie
eines (ordentlichen) Universitätsprofessors übergeleitet.
Durch die fachlichen Impulse, die ich während des Auslandsaufenthalts
erhalten habe, hat sich mein Zugang zu den Rechtswissenschaften
verbreitert: Ich widmete mich über die reine Rechtsdogmatik
hinaus verstärkt ökonomischen und politischen Fragestellungen
und Zusammenhängen, ohne deren Kenntnis - so bin ich heute
überzeugt - gerade die Normtexte im Arbeits- und Sozialrecht
nicht hinreichend interpretiert werden können. Breite Beratungstätigkeit
für Interessenvertretungen, Ministerien, Landesregierungen,
Unternehmen, Betriebsräte und Einzelpersonen haben mir vielfältiges
betriebswirtschaftliches, volkswirtschaftliches und institutionenbezogene
Kenntnisse erschlossen, die in zahlreiche Publikationen sowie in
meine umfangreiche Lehrtätigkeit an der juridischen Fakultät
der Universität Wien, im Rahmen betriebswirtschaftlicher Ausbildungen
an der Universität Wien und an mehreren Fachhochschulstudiengängen
eingeflossen sind.
Die medizinrechtlichen Fragen, die ich im Rahmen meiner Habilitation
berührt habe, sowie meine langjährige Tätigkeit als
Personalvertreter für die Universität Wien, deren Belegschaft
zu einem nicht unerheblichen Teil die Ärzte des Allgemeinen
Krankenhauses Wien bildeten, haben bald dazu geführt, dass
ich mich verstärkt auch rechtlichen Fragen des Spitalsalltags
und in weiterer Folge der Bewältigung rechtlicher struktureller
Probleme der arbeitsteiligen Medizin widmete. Die Gründung
der Fachzeitschrift "Recht der Medizin" im Jahr 1994,
deren Schriftleiter ich bis heute bin, schuf dem Medizinrecht das
erste stabile wissenschaftliche Forum in Österreich. Lehrtätigkeit
an der Medizinischen Universität Wien sowie an der Medizinischen
Universität Graz runden diesen Zweig meiner Tätigkeit
ab.
Als Schlüsselthemen, denen ich mich in Zukunft zentral zuwenden
möchte, sehe ich Fragen der Konfliktbewältigung in der
Arbeitswelt und in der Gesellschaft an, weil die Effekte der Globalisierung
sowohl die Unternehmen als auch die Sozialsysteme derart massiv
unter Druck setzen, dass die Gefahr besteht, dass die individuellen
Opfer des Systemwandels so groß werden, dass die gesamtgesellschaftliche
Stabilität gefährdet wird, wenn nicht tragfähige
Mechanismen der Konfliktlösung entwickelt werden. Zahlreiche
Einblicke in die österreichische Situation in Arbeitswelt und
im Sozialsystem, sowie zahlreiche und langjährige Forschungskontakte
mit Kollegen an Universitäten in osteuropäischen Staaten,
in Japan und Südkorea haben mir hier wesentliche Impulse gegeben.
Auch meine Tätigkeiten im Rahmen sozialer Reformprojekte (Pensionsreform,
Gesundheitsreform) sowie als (ehrenamtlicher) Präsident des
Österreichischen Instituts für Familienforschung sind
unter dem Blickwinkel zu sehen, gesellschaftliche Prozesse zu begleiten,
die die Bewältigung des Wandels individuell zumutbar und gesamtgesellschaftlich
möglich machen.
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