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Die Zeit meines Schrödinger Stipendiums an der UC Berkeley
war wissenschaftlich betrachtet die intellektuell wertvollste Zeit
meines Lebens. Ich verbrachte fast drei Jahre an der UC Berkeley
in der San Francisco "Bay Area". Das Schrödingerstipendium
hat es mir nach meinem Max Kade Stipendium ermöglicht meine
Arbeiten nicht nur weiterzuführen sondern auch sehr erfolgreich
abzusschliessen.
Die UC Berkeley war und ist eine DER amerikanischen Topuniversitäten
in den molekularen Biowissenschaften. Das Umfeld der Studenten und
Postdocs ist geprägt von höchster Motivation, Respekt,
"friendly competition" aber meist auch rückhaltloser
gegenseitiger Unterstützung im Labor. Die UC Berkeley steht
mit der wenige Kilometer entfernten UCSF Medical School sowie der
Stanford University in einem freundlichen aber ständigem Wettbewerb
der unglaubliche Synergien hervorbringt. Die Universitäten
in der "Bay Area" (etwa 7 Millionen Einwohner) bringen
jährlich die schier unvorstellbare Summe von etwa 5 Milliarden
Euro rein privater Sponsormittel auf. Dementsprechend sind nicht
nur die besten WissenschafterInnen sondern auch die besten StudentInnen
und Postdocs aus der ganzen Welt in der "Bay Area" zu
finden. Nach fast drei Jahren in Berkeley hatte ich mir ein Netzwerk
von KollegInnen und Freunden aufgebaut, das heute über ganz
Amerika verteilt ist und alle Spitzenuniversitäten von Ost
nachWest inkludiert.
Als Postdoc der Biowissenschaften sollte man in Berkeley sieben
Tage die Woche, möglichst 12 Stunden am Tag arbeiten um Fortschritte
zu erzielen. Man kommt um 10 oder 11 Uhr morgens, verlässt
das Labor spät abends oder um Mitternacht, und geht danach
noch entspannt einkaufen. Morgens trinkt man den Kaffee zu Hause,
im Auto, auf der Strasse oder im Bus. Das Alltagsleben ist somit
wunderbar unkompliziert und macht somit auch grossen Leistungsdruck
erträglich.
Die Menschen in Kalifornien sind offen. Es ist daher sehr leicht
Kontakte aufzubauen, Freunde zu finden und soziale Integration zu
erfahren. Ansonsten ist Amerika extrem bürokratisch aber sehr
effizient. Es dauert einen Tag, um eine Telefonnummer zu erhalten,
ein Haus zu mieten oder den Führerschein zu machen. Die unmittelbare
Umgebung der "Bay Area" ist eine der schönsten Gegenden
der Welt. Die Natur innerhalb von zwei Autostunden ist einfach unbeschreiblich
schön, soferne man natürlich Zeit findet diese wunderbare
Welt allein oder mit Familie zu geniessen. Wie immer im Leben, ist
alles nur eine Frage der Organisation, und so hatte ich genug Gelegenheit
neben der Wissenschaft auch diese Seite von Amerika ausgiebig kennenzulernen.
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